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Stuttgart erfindet das Radeln neu

Großer Feldtest mit Pedelecs

Stuttgart, 03. Juni 2008.
Die Autostadt Stuttgart gilt als deutsche Feinstaub-Metropole. Das soll sich jetzt ändern — mit Hilfe Tausender, elektrisch unterstützter Fahrräder.

Fahrradfahren kann im hügeligen Stuttgart mit Höhenunterschieden von bis zu 300 Metern eine Qual sein. Das weiß auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der im Herzen der Stadt arbeitet, aber in Halbhöhenlage wohnt. Aller topografischen Nachteile zum Trotz will sich die von extremen Feinstaub-Werten geplagte Heimat von Daimler und Porsche nun zur Fahrradstadt wandeln und den Radanteil im städtischen Verkehr von derzeit sieben auf 20 Prozent anheben. Möglich machen soll dies ein Pilotprojekt mit "Pedelecs" — das sind Fahrräder mit batteriebetriebenem Elektromotor.

Der Fahrer muss zwar in die Pedale treten, wird aber von einem Stromantrieb unterstützt. Da die Pedelecs nicht nur elektrisch angetrieben werden, gelten sie nicht als Mopeds, die Fahrer brauchen keinen Führerschein. Spätestens im Herbst will Stuttgart den weltweit größten Pedelecs-Feldversuch starten. Kooperationspartner ist die Firma Ultra Motors, die nach Auskunft ihres Vorsitzenden Joe Santana einen einstelligen Millionenbetrag in das Pilotprojekt investiert, um im Erfolgsfall nach und nach den Markt in Europa zu erschließen. Schließlich hätten alle mitteleuropäischen Großstädte Probleme mit zu viel Verkehr und zu viel Umweltverschmutzung.

Die Schwabenmetropole soll mit mehreren tausend Exemplaren den Vorreiter für die geplante Elektro-Rad-Revolution spielen. Wer das Angebot nutzen will, zahlt eine monatliche Gebühr von zehn Euro. Für den stadtweiten Einsatz werden derzeit neue Akkus entwickelt, die über eine normale Steckdose gespeist werden und kaum größer als eine Getränkedose sind. Die Akkuladung soll für eine Strecke von bis zu 50 Kilometern reichen. Macht die Batterie unterwegs schlapp, sollen die Akkus an Ladestationen bei Nahverkehrshaltestellen ausgetauscht oder aufgetankt werden können.

Schuster preist das Pilotprojekt als Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität. Als Antwort auf die vielen Hügel, wagt der visionäre OB einen historischen Vergleich, sei in Stuttgart vor 120 Jahren das Automobil erfunden worden. Nun gebe es eine attraktive Alternative: "Auch das Pedelec macht die Stadt flach."

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Quelle: Badische Zeitung

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