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Rheuma trifft auch den Rücken

12.03.2008 - Dr. med Schneiderhan.
Etwa jeder Hunderte in Deutschland leidet an rheumatischen Erkrankungen, im Volksmund kurz als „Rheuma“ bezeichnet. Im engeren Sinne bezieht sich der Begriff auf die rheumatoide Arthritis, eine durch Gelenkentzündungen hervorgerufene chronische Erkrankung ungeklärter Ursache. Wer glaubt, rheumatische Entzündungen betreffen lediglich Hand- und Fußgelenke, irrt sich, denn die Krankheit greift auch die Wirbelsäule an. Bewegungen wie Drehen, Bücken oder Strecken machen den Alltag zur Qual. Dabei klagen Frauen nach dem fünfzigsten Lebensjahr häufiger über Beschwerden als Männer. „Wir greifen heutzutage auf moderne Therapiemethoden zurück, um rheumatische Entzündungen der Wirbelsäule gezielt zu lokalisieren und zu behandeln“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München.

Schmerzlinderung steht im Mittelpunkt

Bei fortgeschrittener rheumatoider Arthritis sorgt die Facettenblockade für Schmerzlinderung. „Unter Kontrolle eines Röntgen-Bildwandlers oder Computertomographen platzieren wir eine spezielle Injektionsnadel direkt innerhalb des betroffenen Wirbelgelenks“, erläutert Dr. Schneiderhan. Entzündungshemmende Medikamente gelangen über die Nadel in die betroffene Region und betäuben die feinen Nerven. Schmerzreize und deren Weiterleitung finden nicht mehr statt. Kommt es zu keiner Besserung, hilft die Hitzesondentherapie. Unter Röntgenkontrolle geht der Operateur dem Schmerz gezielt auf den Grund und platziert zunächst eine haarfeine Kanüle direkt in die Schmerzfaser des erkrankten Wirbelgelenks. „Danach führen wir nach örtlicher Betäubung der Faser eine Sonde ein, welche wir erhitzen und damit mehrere kleine Gelenkstellen veröden. So erzielen wir eine Unterbrechung der Schmerzreize“, fügt der Experte hinzu. Nach dem Eingriff stellt sich die körperliche Mobilität wieder her und Patienten reduzieren die Einnahme ihrer Medikamente. Entscheidender Vorteil dieser Methode: Im Vergleich zu anderen Verfahren verschafft die Hitzesondenbehandlung eine wesentlich länger anhaltende Schmerzlinderung.

Körperliche Aktivität dient der Prävention

Nach ärztlicher Behandlung empfiehlt es sich, physiotherapeutische Maßnahmen in den Alltag einzustreuen. Krankengymnastik oder Elektrotherapie stärken die Muskulatur des Rückens, welche den Wirbelgelenken besseren Halt gibt. Beste Voraussetzung, um einem „Rheuma-Rücken“ entgegenzuwirken, stellt ein trainierter und kräftiger Körperbau dar. Hier eignen sich besonders gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Walken oder Schwimmen. Wichtig: Um das Trainingsprogramm individuell abzustimmen, sollten Rheuma-Patienten vorerst ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt führen.

Buchtipp

Dr. med. Reinhard Schneiderhan
„Dein Rücken – endlich schmerzfrei“
Klaus Oberbeil Verlag
264 Seiten, durchgehend vierfarbig, € 19,90
ISBN: 978-3980238922
www.orthopaede.com

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