Startseite201920182017201620152014201320122011201020092008über michService

Paris hat Radfahren gelernt

Die Stadt hat seit einem Jahr Leihfahrräder

Velib-Leihfahrrad in Paris

Paris, 17. Juli 2008 (dpa).
"Vélib" ist ein voller Erfolg. Mehr als 26 Millionen Mal haben die Pariser und Besucher der französischen Hauptstadt im vergangenen Jahr die Fahrräder des Verleihservices genutzt. 15 000 Drahtesel können inzwischen an gut 1300 Stationen gemietet werden. Vor einem Jahr wurde der Verleihservice ins Leben gerufen.

 

Paris per Rad erleben

Paris per Rad ist herrlich: Kein Metro-Geratter in den Ohren, Fahrradwege, auf denen man bequem am Stau vorbeifährt — und meist ist der Radler schneller am Ziel als der Metro- oder Autofahrer. Billiger ist es allemal. Erstaunlich, dass die Pariser das Fahrradfahren erst spät als allgemeines Fortbewegungsmittel anerkannt haben — und zwar ziemlich genau vor einem Jahr. Der Dank gebührt einem robusten grauen Drahteselchen namens "Vélib" . Nirgendwo haben die Fahrradparks an den Straßenrändern und die radelnden Hauptstädter Stadtbild und Stadtkultur so verändert wie in Paris. Allerdings sind auch mehr Radunfälle zu beklagen als zuvor, bislang kamen drei Vélib-Nutzer bei Unfällen ums Leben.

Velib mit Flirtfaktor

"Vélib" ist schon als Verb in die französische Umgangssprache eingegangen — ich vélibiere, du vélibierst — müsste man übersetzen. Bei Adressenangaben wird immer häufiger auf die nächste Vélibstation hingewiesen. Und es gibt schon "Célib" , Leihfahrradtouren für Singles auf Partnersuche. Angeblich wird spätabends, wenn die letzte Metro weg ist, häufig an der Ausleihstation geflirtet.

Einfaches Fahrrad-Mietsystem

Das System ist einfach: Der Radler zahlt eine Abo-Gebühr von etwa 30 Euro pro Jahr oder einen Euro pro Tag und darf je Ausleihe eine halbe Stunde lang gratis fahren. Die Räder können an jeder Station entnommen und abgestellt werden. Wer sein Rad an einer höher gelegenen Station — etwa auf Montmartre — abstellt, bekommt 15 Gratisminuten für die nächste Fahrt. Finanziert wird das Ganze durch einen Vertrag mit der Werbefirma JCDecaux: Die Firma vermietet Werbeflächen in der Stadt und kümmert sich im Gegenzug um den Fahrradpark und die derzeit mehr als 1300 Ausleihstationen. Bis Ende des Jahres sollen mehr als 20 000 Räder zur Verfügung stehen.

Wirtschaftlicher Erfolg ist absehbar

Zur Vélib-Etikette gehört, den Sattel nach hinten zu drehen, wenn das Rad einen Platten oder ein technisches Problem hat, um den Wartungsdienst darauf aufmerksam zu machen. Etwa 3000 Räder sind im Schnitt in Reparatur. Zahlreiche Räder wurden gestohlen, einige tauchten in Containern in der Hafenstadt Marseille wieder auf, eines wurde in Rumänien entdeckt. Rentabel ist Vélib noch nicht, aber JCDecaux ist zuversichtlich, dass sich das einpendelt.

Den bislang größten Triumph wird "Vélib" am Ende der Tour de France erleben: Kurz bevor die Sieger der Tour am 27. Juli über die Champs Élysées fahren, soll eine Staffel von Vélib-Fahrern an den Zuschauern vorbeiradeln.

Quelle: Badische Zeitung / dpa

Service

Nachrichten Empfehlungen Presse

Suchen nach

gut zu wissen